Zeitumstellung am 25. Oktober: der Heimweg fällt in die Dunkelheit
In der Nacht auf den 25. Oktober 2026 endet die Sommerzeit. Warum sich jetzt Routinen für den Heimweg lohnen und welche Zahlen die Sorge einordnen.
Am Montag nach der Zeitumstellung verlassen viele Berufstätige das Büro um 17 Uhr und stehen zum ersten Mal seit dem Frühjahr im Dunkeln an der Haltestelle. Der Weg ist derselbe wie in der Woche davor, die Wahrnehmung eine andere. Wer seine Routinen jetzt anpasst, hat die Handgriffe eingeübt, bevor die langen Nächte im Dezember kommen.
Der Stichtag: 25. Oktober 2026
In der Nacht von Samstag, 24., auf Sonntag, 25. Oktober 2026 endet die Sommerzeit. Die Uhren springen um 3 Uhr auf 2 Uhr zurück. Wie die Berliner Zeitung und t-online berichten, wird es in Berlin danach bereits vor 17 Uhr dunkel, und der Heimweg vieler Berufstätiger fällt damit in die Dunkelheit. Wie viele Menschen das betrifft, zeigt der Mikrozensus 2024 des Statistischen Bundesamts zum Pendeln. Die durchschnittliche Pendeldistanz liegt bei 17,2 km, und die Verkehrsmittel verteilen sich so:
- 65 % fahren mit dem Auto zur Arbeit (2020: 68 %)
- 16 % nutzen Bus und Bahn (2020: 14 %)
- 10 % fahren mit dem Fahrrad
- 7 % gehen zu Fuß
Wer mit Bus und Bahn fährt oder zu Fuß geht, beginnt den Heimweg draußen, an der Haltestelle oder auf dem Gehweg. Auch Autofahrer gehen vom Parkplatz zur Haustür, häufig durch schwach beleuchtete Nebenstraßen.
Die Zahlen: weniger Straftaten, ein bleibendes Unbehagen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 verzeichnet rund 5,5 Millionen Straftaten, 5,6 % weniger als im Vorjahr, bei einer Aufklärungsquote von 57,9 %. Die Gewaltkriminalität ging erstmals seit 2021 leicht zurück, um 2,3 % bei den Fällen. Diese Zahlen geben keinen Anlass zu Alarmstimmung.
Das Sicherheitsgefühl folgt der Statistik allerdings nur zum Teil. In der BKA-Dunkelfeldstudie SKiD 2024 fühlen sich 74,0 % der Befragten nachts in der eigenen Wohngegend sicher, mehr als 2020 mit 72,0 %. Nachts auf Straßen und Plätzen fühlen sich dagegen nur 40,1 % sicher. Bei den Frauen sind es 26,9 %, bei den Männern 54,1 %. Die Zeitumstellung verschiebt den Heimweg vieler Berufstätiger in genau diese Situation: unterwegs im Dunkeln, außerhalb der eigenen Straße. Eine Routine setzt an diesem Gefühl an und macht aus dem Unbehagen eine Reihe von Handgriffen.
Routine 1: Den Weg bei Tageslicht festlegen
Gehen Sie Ihren Heimweg am Wochenende vor der Umstellung einmal bei Tageslicht ab und achten Sie auf Straßenlaternen und geöffnete Geschäfte. Wählen Sie die Hauptstraße, auch wenn der Weg durch den Park fünf Minuten kürzer ist. Nachts in Parks fühlen sich laut SKiD 22,8 % der Befragten unsicher; sicher fühlen sich dort nur 11,1 % der Frauen und 34,8 % der Männer. Notieren Sie, welche Läden bis wann geöffnet haben. Ein Supermarkt bis 22 Uhr oder eine Tankstelle mit Nachtschalter sind Zwischenstationen, an denen Sie im Zweifel hineingehen können.
Routine 2: Sichtbar sein
Auf dem Rad gehören funktionierende Lampen vorn und hinten dazu. Reflektierende Elemente an Jacke oder Rucksack helfen auch Fußgängern, weil Autofahrer sie an der Kreuzung früher sehen. Prüfen Sie die Fahrradlampen in der Woche vor dem 25. Oktober, denn am Montag danach stehen viele zum ersten Mal im Dunkeln vor dem Rad. Ein kleines Licht am Schlüsselbund nützt beim Aufschließen der Haustür und beim Blick auf den Fahrplan an der unbeleuchteten Haltestelle.
Routine 3: Kontakte und Standort
Sagen Sie einer Person Bescheid, wenn Sie das Büro verlassen, und noch einmal, wenn Sie zu Hause sind. Wer den Weg lieber mit jemandem am Telefon geht, ruft das Heimwegtelefon an: 030 12074182, sonntags bis donnerstags von 21 bis 24 Uhr, freitags und samstags von 21 bis 3 Uhr, kostenlos bis auf den Festnetztarif. Für den frühen Abend bleibt der Anruf bei Familie oder Freunden.
Der HINFC Schrillalarm mit GPS ergänzt diese Absprache. Sobald Sie den Zugstift ziehen, startet die Sirene mit 130 dB, gemessen in 10 cm Abstand, und das weiße LED-Blitzlicht blinkt. Die kostenlose App schickt zugleich einen Kartenlink an bis zu fünf hinterlegte Kontakte, sofern Ihr gekoppeltes Smartphone Netz hat. Eine seitliche Taste schaltet ein LED-Dauerlicht als Taschenlampe ein. Das Gerät kostet 49 €, Sie zahlen bei Lieferung und haben 30 Tage Rückgaberecht.
Für Eltern: der Nachmittag wird dunkel
Am Morgen bringt die Umstellung zunächst mehr Licht auf den Schulweg. Am Nachmittag kommen Kinder dagegen vom Sport oder von Freunden im Dunkeln nach Hause. Vereinbaren Sie einen festen Weg und eine Uhrzeit, zu der das Kind sich meldet. Reflektoren am Ranzen und an der Jacke gehören ab jetzt dazu. Ein Schrillalarm hat keine Altersgrenze. Wenn Ihr Kind einen trägt, üben Sie den Handgriff gemeinsam und tragen sich selbst als Kontakt ein.
Der Notruf bleibt der erste Weg
Keine Routine und kein Gerät ersetzt den Notruf. Die nora-App der Bundesländer setzt den Notruf auch per Text-Chat oder als stillen Notruf ab und übermittelt den Standort automatisch. Ein Schrillalarm macht laut auf Sie aufmerksam und zeigt Ihren Kontakten, wo Sie sind; den Anruf bei der Leitstelle nimmt er Ihnen nicht ab. Die Dunkelheit ab dem 25. Oktober ändert nichts an der Statistik. Sie ändert, wie sich der Weg anfühlt, und dafür sind die vier Routinen gedacht.
Quellen
- Berliner Zeitung, Zeitumstellung Oktober 2026
- t-online, Zeitumstellung Berlin: wann es wieder vor 17 Uhr dunkel wird
- Destatis, Mikrozensus 2024, Pendeln
- BKA, Pressemitteilung PKS 2025, 20.04.2026
- BKA, Dunkelfeldstudie Sicherheit und Kriminalität in Deutschland SKiD 2024, veröffentlicht 20.04.2026
- Heimwegtelefon e.V.
- nora Notruf-App der Bundesländer
- HINFC, Produktangaben Schrillalarm mit GPS, Stand September 2026 –