Nachtschicht: sicher vom Ausgang bis zum Auto
Knapp 4,0 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland nachts; so bereiten Sie den Weg vom Ausgang zum Parkplatz schon vor Schichtbeginn vor.
Nach dem Mikrozensus 2024 arbeiten knapp 4,0 Millionen Erwerbstätige in Deutschland zumindest gelegentlich nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Das entspricht 9,3 Prozent der 42,6 Millionen Erwerbstätigen. Für sie endet der Arbeitstag zu einer Zeit, in der das Parkdeck leer ist und an der Haltestelle vor dem Tor niemand mehr steht.
Wer in Deutschland nachts arbeitet
Der Anteil der Nachtarbeit unterscheidet sich stark nach Branche. Das Statistische Bundesamt weist für 2024 folgende Werte aus:
- Luftfahrt: 42,6 Prozent
- Sicherheitsdienste: 40,2 Prozent
- Lagerei und Verkehrsdienstleistungen: 18,6 Prozent
- Gesundheitswesen: 17,6 Prozent
- Gastronomie: 13,9 Prozent
Über alle Branchen hinweg arbeiten 11,7 Prozent der Männer und 6,5 Prozent der Frauen zumindest gelegentlich nachts. Wer in einer dieser Branchen beschäftigt ist, legt den Rückweg mehrmals pro Woche zurück, also als Regelfall und nicht als Ausnahme im Dienstplan.
Der Rückweg beginnt am Nachmittag beim Parken
Die wichtigste Entscheidung treffen Sie, bevor die Schicht anfängt. Stellen Sie das Fahrzeug so nah wie möglich am Ausgang ab, den Sie nachts benutzen werden, und bevorzugen Sie eine Ebene mit Aufzug oder Treppenhaus in Sichtweite. Auf einem Werksparkplatz lohnt der Platz unter einer Laterne mehr als der Platz in der ersten Reihe.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Betrieb reservierte Stellplätze für Beschäftigte im Nachtdienst anbietet. Viele Kliniken und Logistikzentren tun das, weisen aber nicht von sich aus darauf hin. Fragen Sie in der Personalabteilung nach, wenn im Intranet nichts dazu steht.
Wenn Sie mit Bus oder Bahn kommen, gilt dieselbe Überlegung für die Haltestelle. Suchen Sie sich bei Tageslicht die Variante mit dem kürzesten unbeleuchteten Stück, auch wenn Sie dafür fünf Minuten länger fahren.
Vor dem Verlassen des Gebäudes
Legen Sie den Autoschlüssel und das Telefon schon in der Umkleide bereit, damit Sie draußen nicht suchen müssen. Ziehen Sie die Jacke an, bevor Sie hinausgehen, statt im Halbdunkel zwischen den Fahrzeugen zu hantieren. Ein Blick aus dem Fenster auf das Parkdeck dauert fünf Sekunden und zeigt Ihnen, ob dort Bewegung ist.
Gehen Sie zu zweit, wenn Ihre Schicht gleichzeitig mit der einer Kollegin endet. Das ist die Maßnahme mit dem größten Effekt und kostet Sie nichts als eine kurze Absprache in der Übergabe.
Im Parkhaus und auf dem Betriebsparkplatz
Halten Sie sich in der Mitte der Fahrgasse, nicht dicht an den geparkten Fahrzeugen entlang. Sie sehen dort mehr und haben nach beiden Seiten Platz. Nehmen Sie die Treppe nur, wenn sie beleuchtet und einsehbar ist, sonst den Aufzug, der in vielen Häusern an eine Notrufsprechstelle angeschlossen ist.
Kopfhörer bleiben auf diesem Stück draußen. Wenn die Beleuchtung auf einer Ebene ausgefallen ist, melden Sie das dem Betreiber oder dem Facility-Management; defekte Leuchten bleiben sonst oft wochenlang dunkel, weil niemand sie meldet.
Die letzten Meter am Fahrzeug
Entriegeln Sie das Auto erst, wenn Sie ungefähr zehn Meter davor stehen, und sehen Sie im Vorbeigehen auf die Rückbank. Steigen Sie ein und verriegeln Sie sofort. Sortieren Sie Tasche und Telefon erst, wenn die Türen zu sind, denn die offene Fahrertür ist der Moment, in dem Sie am wenigsten mitbekommen.
Wenn Ihnen jemand auffällt, der ohne erkennbaren Grund zwischen den Fahrzeugen wartet, gehen Sie zurück ins Gebäude und rufen Sie den Pförtner oder die Leitstelle. Die Leitstelle bleibt am Telefon, bis ein Streifenwagen eintrifft, und Sie können in der Zwischenzeit im Gebäude warten. Wer nicht sprechen kann oder möchte, setzt den Notruf über die App nora der Bundesländer per Text-Chat ab; die App übermittelt den Standort automatisch mit.
Was Betriebe beitragen können
Arbeitgeber können den Rückweg mit überschaubarem Aufwand verbessern. Wirksam sind beleuchtete und kurze Wege vom Ausgang zum Parkplatz sowie ein Pförtnerdienst, der auf Wunsch bis zum Fahrzeug begleitet. In der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz lässt sich der Weg über das Betriebsgelände als Punkt aufnehmen.
Sprechen Sie das im Team an oder über den Betriebsrat. Einzelne Beschwerden verlaufen oft im Sand, eine gemeinsame Meldung aus der Nachtschicht landet dagegen meist auf der Tagesordnung.
Der Schrillalarm im Schichtalltag
Der HINFC Schrillalarm mit GPS wiegt 38 Gramm und hängt am Karabiner am Schlüsselbund oder an der Gürtelschlaufe. Sie ziehen den Zugstift am oberen Ring heraus, dann läuft eine Sirene mit 130 dB an, gemessen in 10 cm Abstand, dazu blitzt ein weißes LED-Licht. Über das gekoppelte Handy schickt die kostenlose HINFC-App einen Kartenlink an bis zu fünf hinterlegte Kontakte. In einem Parkhaus ohne Mobilfunkempfang bleibt diese Meldung aus, während die Sirene weiter läuft. Eine Taste an der Seite schaltet das LED auf Dauerlicht, was auf einem unbeleuchteten Stellplatz hilft.
Das Gerät kostet 49 € inklusive Mehrwertsteuer, der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos. Sie zahlen bei Lieferung an den Zusteller und können den Alarm innerhalb von 30 Tagen kostenlos zurückschicken.
Quellen
- Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche vom Mikrozensus 2024, Knapp 4,0 Millionen Erwerbstätige leisten Nachtarbeit
- nora Notruf-App der Bundesländer