130 Dezibel im Vergleich: so laut ist ein Schrillalarm
Vergleichswerte von Flüstern bis Düsenflugzeug und eine Rechnung, wie viel vom Alarm in zehn Metern Entfernung noch ankommt.
Auf der Verpackung eines Schrillalarms steht eine Zahl, meist 130 Dezibel. Für sich genommen sagt der Wert wenig, weil kaum jemand im Alltag Dezibel misst. Dieser Ratgeber ordnet die Angabe mit Vergleichswerten ein und rechnet vor, was von der Sirene in zehn Metern Entfernung übrig bleibt.
Die Dezibel-Skala von Flüstern bis Düsenflugzeug
Dezibel beschreiben den Schalldruck auf einer logarithmischen Skala. Das hat eine Folge, die viele überrascht: Ein Anstieg um 10 dB wirkt auf das Ohr etwa doppelt so laut. Starker Straßenverkehr mit etwa 80 dB klingt deshalb rechnerisch rund viermal so laut wie ein normales Gespräch mit etwa 60 dB. Die Hörakustiker von GEERS und eine Lärmschutztabelle aus Hessen nennen für den Alltag diese Anhaltspunkte:
- Flüstern: etwa 30 dB
- Normales Gespräch: etwa 60 dB
- Starker Straßenverkehr: etwa 80 dB
- Presslufthammer oder Diskothek: etwa 100 bis 110 dB
- Düsenflugzeug in geringer Entfernung: etwa 130 dB
Zwei Schwellen ordnen die Tabelle zusätzlich ein. Bei etwa 100 dB beginnt der Bereich, den Menschen als unbehaglich empfinden. Die Schmerzschwelle liegt bei etwa 120 bis 130 dB. Ein Schrillalarm mit 130 dB sitzt damit am oberen Ende der Skala, auf einer Höhe mit dem startenden Flugzeug.
Warum der Messabstand zur Zahl gehört
Eine Dezibelangabe ohne Abstand bleibt unvollständig. Schall verteilt sich von der Quelle aus in alle Richtungen, und je weiter das Messmikrofon entfernt steht, desto weniger Schalldruck erreicht es. HINFC gibt die 130 dB für einen Abstand von 10 cm an. Diese Zusatzangabe erlaubt es Ihnen, den Wert für andere Entfernungen nachzurechnen. Ein Hersteller, der allein die Zahl nennt, lässt offen, ob das Mikrofon direkt am Lautsprecher stand oder einen Meter entfernt. Achten Sie beim Vergleich von Geräten deshalb auf beide Angaben, den Pegel und den Messabstand.
Die Rechnung: vom Gerät bis zur anderen Straßenseite
Für die Ausbreitung im Freien gilt eine Faustregel: Mit jeder Verdopplung des Abstands sinkt der Pegel um rund 6 dB. Von 10 cm auf 20 cm gehen 6 dB verloren, von 20 cm auf 40 cm die nächsten 6 dB. Über mehrere Verdopplungen hinweg ergibt sich daraus diese Reihe:
- 10 cm: 130 dB, der Messwert des Herstellers
- 1 m: etwa 110 dB, so laut wie ein Presslufthammer
- 10 m: etwa 90 dB, lauter als starker Straßenverkehr
Zehn Meter reichen von einer Straßenseite bis zur anderen. Wer dort steht, hört die Sirene rechnerisch noch über dem Verkehrslärm. Die Rechnung beschreibt allerdings den Idealfall ohne Hindernisse. Häuserwände werfen den Schall zurück, was in einer engen Gasse eher hilft. Wind und dichter Verkehr können den Ton dagegen teilweise überdecken. Entscheidend ist der Abstand zwischen dem Pegel der Sirene und dem Grundpegel der Umgebung: Vor einer Diskothek geht ein Alarm unter, auf einem Parkplatz um 23 Uhr hebt er sich deutlich ab.
Warum Lärm Passanten zum Hinsehen bringt
Ein Schrillalarm wirkt über Aufmerksamkeit. Der Ton unterscheidet sich von allem, was auf einer Straße üblich ist: Er ist durchdringend und hört von selbst erst nach bis zu 40 Minuten auf. Menschen in Hörweite drehen sich zur Quelle um oder bleiben stehen. Wer Sie bedrängt, muss ab diesem Moment mit Zeugen rechnen. Das weiße LED-Blitzlicht ergänzt den Ton bei Dunkelheit. Es zeigt, woher der Lärm kommt, und erleichtert es Helfern, Sie zwischen parkenden Autos oder an einem unbeleuchteten Weg zu finden.
Die Polizei rät, in einer bedrohlichen Lage laut zu werden und Umstehende direkt anzusprechen. Ein Satz wie „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie bitte die Polizei“ wirkt stärker als ein allgemeiner Hilferuf, weil sich eine bestimmte Person angesprochen fühlt und handelt. Die Sirene übernimmt dabei den Lärm. Ihre Stimme bleibt für die Anweisung frei.
Ihr eigenes Gehör beim Auslösen
Die Vergleichstabelle setzt die Schmerzschwelle bei etwa 120 bis 130 dB an. Direkt am Gehäuse erreicht die Sirene diesen Bereich. Daraus folgt ein Handgriff, den Sie sich beim ersten Test angewöhnen sollten: Ziehen Sie den Stift und strecken Sie den Arm mit dem Gerät vom Kopf weg. Schon ein Meter Abstand senkt den Pegel rechnerisch um etwa 20 dB. Für einen Probealarm gehen Sie vor die Haustür oder auf den Balkon. Dort ziehen Sie den Stift und stecken ihn nach wenigen Sekunden wieder ein. Halten Sie das Gerät dabei nie ans Ohr, auch nicht aus Neugier. Nachbarn informieren Sie am besten vorher, damit niemand wegen des Tests die Polizei ruft.
Was der Schrillalarm leistet und was nicht
Der HINFC Schrillalarm mit GPS löst aus, sobald Sie den Zugstift am oberen Ring herausziehen. Die Sirene startet mit 130 dB, das weiße LED-Blitzlicht blinkt. Die kostenlose App schickt zusätzlich Ihren Standort per SMS und Push an bis zu fünf hinterlegte Kontakte, sofern Ihr gekoppeltes Smartphone Mobilfunkempfang hat. Das Gerät kostet 49 €. Sie zahlen bei Lieferung an den Zusteller und können es innerhalb von 30 Tagen zurückgeben.
Der Lärm ersetzt keinen Notruf. Der Alarm verschafft Ihnen Aufmerksamkeit und Zeit für diesen Anruf. Sirene und Licht arbeiten dabei unabhängig vom Smartphone, die Standortmeldung setzt die Kopplung voraus.